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Mitteilungen

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Mitteilungsblatt Nr. 41 - 08. Oktober 2026

Zum Vortrag „Die Schuhmacher in Plüderhausen“

Eine große Anzahl von Interessierten war gekommen, um vergangene Woche zusammen mit Rolf Weller in die Geschichte des Schuhmacherhandwerks in Plüderhausen einzutauchen. Wer könnte authentischer über den Wandel des Handwerks von der einfachen Werkstatt zum Handel und natürlich die Rolle des bekannten Schuherstellers Salamander berichten als er, Nachkomme der Schusterfamilie Wilhelm Weller.

10 Schuhmacher gab es nach dem 2. Weltkrieg in Plüderhausen, davon 4 mit Schuhgeschäft. Was heute Luxus ist, war damals normal. Schuhe wurden handgefertigt und individuell hergestellt. Viele der dafür notwendigen Werkzeuge und Maschinen hatte Rolf Weller zu einer imposanten und interessanten kleinen Ausstellung zusammengetragen. Im Anschluss an den Vortrag war das Interesse an den Ausstellungsstücken groß.

Herzlichen Dank an unser Mitglied im Heimatverein, Rolf Weller, für den kurzweiligen und informativen Vortrag.

Wer sich für das Schusterhandwerk oder weitere Gewerbe in Plüderhausen interessiert, kann unsere Homepage unter https://www.heimatverein-pluederhausen.de besuchen. 

Für den Heimatverein, M. Behrend

 


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Mitteilungsblatt Nr. 40 - 01. Oktober 2026

Königsbau und Schlössle – „adliges Blut“ in Plüderhausen? (Teil 2)

Der Königsbau in Plüderhausen hatte im Unterschied zum Schloss keinerlei Bezug zum Adel. Die Bezeichnung Königsbau war Ausdruck für das eindrucksvolle Bauwerk, das 1863 an der heutigen Hauptstraße 29 erbaut wurde. Es gehörte dem Bäckermeister Jakob Friedrich Schüle, dem Gründer der späteren Firma Schüle Hohenlohe AG. Das Gebäude diente als Fabrikationsstätte für Eierteigwaren. Durch die fortschreitende Industrialisierung wurde die Produktionsstätte bald zu klein, neue Fabrikgebäude wurden gebaut. Ab 1899 diente der Königsbau als Wohnstätte für Schüle Beschäftigte und deren Familien; dazu wurde der Bau 1926 noch erweitert.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Wohnhaus teilweise zweckentfremdet, es diente als Versammlungsstätte verschiedener nationalsozialistischer Gruppen. Im Erdgeschoss waren während des 2. Weltkriegs französische Kriegsgefangene untergebracht. Am 31. Januar 1950 wurden die Dachstühle des Königsbaus durch einen Brand weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau ersetzte man die drei repräsentativen gezackten Giebel durch einen Giebel. 1977 wurde das prächtige historische Gebäude abgerissen. An seiner Stelle befindet sich nun ein Wohn- und Geschäftshaus.

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 39 - 24. September 2026

Königsbau und Schlössle – „adliges Blut“ in Plüderhausen? (Teil 1)

Das Plüderhäuser „Schloss“ oder auch „adliges Haus“ genannt, war kein riesiges Schloss mit Türmen und einem großen Park, sondern ein kleiner Adelssitz. Es umfasste ein stattliches Fachwerkhaus, umgeben von einer Mauer und einem Garten. Ein sichtbares Relikt des „adligen Schlosses“ finden wir heute noch am Schlossweg und dort am Eingang zum Kindergarten. Es sind die beiden ausgewaschenen Sandsteinpfeiler des ehemaligen Eingangsportals.

Das Schlössle taucht bereits im 16. Jahrhundert in den Quellen auf. Die Besitzer wechselten häufig. Einer, Hieronymus von Leiningen, nannte sich sogar „von und zu Plüderhausen“. Der letzte adlige Besitzer war die Familie vom Holz, die auch das Alfdorfer Schloss bewohnte. 1792 war die Zeit des Adels in Plüderhausen zu Ende, das Schloss wurde versteigert und kam in bürgerliche Hände. 1834 wurde das Schloss schließlich abgerissen. Die steinigen Überreste dienten den Plüderhäusern als billiges Baumaterial. Damit ist das Schicksal unseres „Schlössles“ aber nicht ganz besiegelt. Der Gewölbekeller ist erhalten geblieben; er befindet sich gut verborgen auf der Höhe der Gmünder Straße 4.

In Teil 2 erfahren Sie, was es mit dem Königsbau auf sich hat.

Für den Heimatverein, M. Behrend

 

Eingang Kindergarten Schlossgarten
Eingang Kindergarten Schlossgarten


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Mitteilungsblatt Nr. 38 - 17. September 2026

Einladung zum Vortrag: Das Schuhmacherhandwerk in Plüderhausen

Plüderhausen hat eine interessante Handwerkergeschichte. Dazu gehört auch das Schuhmacherhandwerk. Früher wurden Schuhe noch in Handarbeit hergestellt. Leisten und Leder, Nägel, Zwickzange, Ahle und viele andere Werkzeuge waren das Handwerkszeug des Schuhmachers; natürlich gehörten auch Schuhreparaturen zu seinen Aufgaben. Anfangs wurden die handgefertigten Schuhe in eigenen kleinen Verkaufsräumen verkauft, später in großen Ladengeschäften. Dann strömten immer mehr große Schuhfabrikanten auf den Markt. Die kleinen privaten Geschäfte konnten der Konkurrenz nicht standhalten, die inhabergeführten Geschäfte mussten schließen. Unser Referent Rolf Weller kommt aus einer namhaften Plüderhäuser Schuhmacherfamilie. Er hat viel zu erzählen, vom Schuhmacherhandwerk und der Entwicklung des Schuhhandels in unserer Gemeinde und schließlich von den Problemen des Einzelhandels.

Freuen Sie sich am Mittwoch, 30.09.2026 um 19.00 Uhr im Feuerwehrhaus auf einen interessanten bildgestützten Vortrag von Rolf Weller.

Der Eintritt ist frei, über Spenden freut sich der Heimatverein


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Mitteilungsblatt Nr. 37 - 10. September 2026

Plüderhausen wird Teil des Oberamts Welzheim

Die Herrschaft Napoleons brachte in Württemberg große Veränderungen mit sich. Friedrich II, Herzog von Württemberg, wurde zu König Friedrich I von Württemberg. Das Herrschaftsgebiet wurde größer und erforderte eine Neuordnung der Verwaltungsstruktur.
1807 wurde Plüderhausen dem neu geschaffenen Oberamt Welzheim zugeordnet. Die Jahrhunderte andauernde gute Zusammenarbeit mit dem Oberamt Schorndorf fand somit ein jähes Ende. Plüderhausen verlor dadurch eine gewisse Selbstständigkeit in der Verwaltung und in der niederen Gerichtsbarkeit. Entscheidungen wurden nun im Oberamt Welzheim getroffen und die Bürgermeister von Plüderhausen wurden zu einer Art Befehlsempfänger degradiert.
1810 wurde der Oberamtssitz für wenige Jahre nach Lorch verlegt. Das brachte für die Einwohnr von Plüderhausen enorme Erleichterungen mit sich, allein die Wege waren bedeutend kürzer und einfacher zu befahren. Man fühlte sich Lorch, ebenfalls Remstalgemeinde, mehr verbunden als Welzheim, im damals noch nicht sonderlich gut erschlossenen Welzheimer Wald gelegen.
Die Erleichterung dauerte nur kurze Zeit. 1819 nahm der König von Württemberg die Entscheidung wieder zurück. Bis 1938 blieb Plüderhausen dem Oberamt Welzheim zugeordnet.

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 36 - 03. September 2026

Plüderhausen im 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung Plüderhausens nach den schweren Verlusten des Dreißigjährigen Krieges wieder stetig an. Um 1800 hatte der Ort seine frühere Bevölkerungsgröße von 1800 Einwohnern annähernd wieder erreicht.

Plüderhausen war ein bäuerlich geprägtes Dorf. Die Menschen lebten vor allem von Ackerbau und Viehzucht, daneben spielten Wein- und zunehmend auch Obstbau eine Rolle. Neben Bauern und Kleinbauern lebten hier Handwerker und Tagelöhner, die häufig auf zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten angewiesen waren.

Das Dorf war als Haufendorf gewachsen. Damit bezeichnet man eine Siedlung, deren Häuser und Höfe sich nicht planmäßig entlang einer Straße, sondern relativ unregelmäßig um einen Mittelpunkt gruppierten. In Plüderhausen bildeten die Kirche und die umliegenden Höfe und Häuser  den alten Ortskern

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Plüderhausen langsam zu einer gefestigten bäuerlichen Gemeinde.

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 35 - 27. August 2026

Was früher Pflicht war, ist inzwischen Kür

Um das verwüstete Land nach dem dreißigjährigen Krieg wieder zu kultivieren, wurden in Württemberg Maßnahmen zur Wiederherstellung der Landwirtschaft und insbesondere zur Förderung des Obstbaus ergriffen. In Plüderhausen und anderen Orten des Remstals mussten Heiratswillige oder Bewerber um das Bürgerrecht Obstbäume entlang der Straßen oder auf den Allmenden pflanzen. Aus dieser einstigen Verpflichtung entwickelte sich ein Brauch, der heute auf der Plüderhäuser Hochzeitswiese wieder lebendig ist. Seit 1994 pflanzen Brautpaare dort einen Obstbaum als Zeichen für Verwurzelung, Wachstum und eine gemeinsame Zukunft. „Was früher Pflicht war, ist inzwischen Kür“ wurde die Wiederbelebung dieses schönen Brauchs im Gemeindeblatt von 1994 bezeichnet.

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 31 - 30. Juli 2026

Der mühsame Wiederaufbau Plüderhausens nach dem Dreißigjährigen Krieg

Der Dreißigjährige Krieg hatte das wirtschaftliche Leben in Plüderhausen nahezu zum Erliegen gebracht. Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 begann langsam und mühsam der Wiederaufbau; verlassene Höfe wurden besiedelt, die Felder neu bestellt und Weinberge und Obstgärten instandgesetzt. Auch die Handwerker, die Schutz in den Höhenlagen um Plüderhausen gesucht hatten, kamen zurück. Insbesondere Bauhandwerker waren für den Wiederaufbau des Orts von großer Bedeutung. So zähle der Ort 1655 bereits wieder 600 - 700 Einwohner.

Die Regierung in Württemberg, der an einem schnellen Wiederaufbau des Landes gelegen war, unterstützte die Bevölkerung in den harten Nachkriegsjahren durch Steuererleichterungen.

Dennoch gab es in den kommenden Jahrzehnten immer wieder Rückschläge aufgrund von Kriegen, in die das Herzogtum Württemberg durch Koalitionen verwickelt war. Wie bereits im 30-jährigen Krieg litt die Bevölkerung vor allem während des Pfälzischen und des Französischen Erbfolgekriegs (1688 und 1707) unter Plünderungen, Viehraub, der Beschlagnahmung von Lebensmitteln und finanziellen Kriegsabgaben. So dauerte es nahezu 150 Jahre, bis Plüderhausen zu seiner alten Stärke gefunden hatte.

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 30 - 23. Juli 2026

Der Dreißigjährige Krieg: Als Plüderhausen fast ausstarb

Luthers Thesenanschlag 1517, führte zur Glaubensspaltung. Alle Bemühungen, die Spannungen zwischen den Katholiken und den Protestanten durch Verträge und Abkommen zu beruhigen, blieben leider erfolglos. 1618 entbrannte ein europaweiter Krieg, der Dreißigjährige Krieg, ein Glaubenskrieg. Es war ein furchtbarer Krieg, der nicht nur Opfer auf dem Schlachtfeld mit sich brachte. Auch die übrige Bevölkerung war durch Plünderungen, Hungersnöte oder Seuchen betroffen. Plüderhausen hatte zu Beginn des Krieges 1800 Einwohner, am Ende des Krieges, 1648, waren es nur noch 57 Einwohner.

Die Remstalgemeinden lagen auf einer zentralen Verkehrsachse für die Truppenbewegungen. Vor den einfallenden Truppen war nichts sicher. Auf der Suche nach Lebensmitteln wurden Häuser und Höfe geplündert, Gebäude wurden niedergebrannt und Felder wurden verwüstet, so dass kein Getreide geerntet und angebaut werden konnte. Die Bevölkerung war bis aufs Äußerste geschwächt und somit anfällig für Seuchen. 1634 brach die Pest aus, die auch Plüderhausen nicht verschonte. In den Chroniken von Plüderhausen aus dem Jahr 1634 kann man von 40 Toten in einem Monat lesen.

Der Dreißigjährige Krieg war ein trauriges Kapitel unserer Ortsgeschichte.

 

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 29 - 16. Juli 2026

Der „Wein-Deal“ von 1536

Unter Herzog Ulrich wurde Württemberg protestantisch. Um seine Macht zu demonstrieren, setzte Herzog Ulrich alles daran, den Protestantismus schnell und gründlich in Württemberg zu etablieren. Es war ihm ein Dorn im Auge, dass zu dieser Zeit das Kloster Elchingen immer noch Besitztümer rund um den Wittumhof in Plüderhausen unterhielt. Der Einfluss des Klosters musste beendet werden, so dass das Haus Württemberg den vollen Zugriff auf die Abgaben und Steuern der Bauern bekam und protestantische Pfarrer einsetzen konnte. Eine militärische Lösung des Konflikts kam für beide Seiten nicht in Frage. Da half es nur, dem Abt des Klosters ein lukratives Angebot zu machen; so kam es zum „Wein-Deal“ von 1536. Das Kloster gab seine Besitztümer an die Württemberger ab und bekam dafür so genannte „flüssige Währung“, nämlich eine jährliche Weinlieferung von 21 Fuder pro Jahr, das entspricht ca. 37.000 Liter Wein. Nun war Plüderhausen fest in der Hand der Württemberger.

Übrigens hielt man 286 Jahre am so genannten „Wein-Deal“ fest. Erst 1822 kaufte sich das Haus Württemberg mit einer Einmalzahlung, in heutiger Währung von ca.800.000 Euro, von der Verpflichtung frei.

 

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 28 - 09. Juli 2026

Plüderhausen im 14. und 15. Jahrhundert

Im 14. und 15. Jahrhundert bauten die Landesherren ihre Verwaltung systematisch aus. Eberhard im Bart führte schließlich Abgaberegister, Besitzverzeichnisse und Steuerlisten ein. Das waren nicht nur die Wurzeln unserer heutigen Bürokratie, sondern auch frühstaatliche Strukturen einer zur damaligen Zeit modernen Herrschaftsform. Das geschriebene Recht bedeutete für die Plüderhäuser Bauern möglicherweise, dass sie hin und wieder den beschwerlichen Weg nach Schorndorf auf sich nehmen mussten, um dort vor Gericht Besitzansprüche zu klären oder sich für nicht geleistete Abgaben zu rechtfertigen.

Die Verwaltungsreform brachte nebenbei verkehrstechnische Verbesserungen für Plüderhausen mit sich. Die so genannte Remstalstraße, die Ost-West-Verbindung, wurde ausgebaut, um die württembergischen Gemeinden an der Rems besser mit der Vogtei und diese wiederum mit Stuttgart zu verbinden. Schnellere und sicherere Verkehrswege ermöglichte auch die Transformation von Furten zu Brücken über die Rems. Und schließlich wurden die Transportwege in den Welzheimer Wald ausgebaut. Plüderhausen konnte sich dadurch zu einem wichtigen Umschlagplatz des Holzhandels entwickeln.

 

Für den Heimatverein, M. Behrend


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Mitteilungsblatt Nr. 27 - 02. Juli 2026

Plüderhausen wird württembergisch

1268 wurde Konradin, der letzte männliche Nachfahre der Staufer, in Neapel hingerichtet. Damit endete die Herrschaft der Staufer. Plüderhausen wurde im Jahre 1274 unter Graf Ulrich ein Teil Württembergs. Die neuen Machtverhältnisse änderten zunächst für den Ort nicht viel. Die Abgaben wurden jetzt an Württemberg geleistet, nicht mehr an die Staufer.

In der folgenden Zeit bahnten sich jedoch strukturelle Veränderungen an, die wir heute vielleicht als eine große Verwaltungsreform bezeichnen würden. Die württembergischen Herrscher gliederten in den kommenden Jahrzehnten ihr Land in sogenannte Ämter. Die Ämter ermöglichten eine strukturiertere und effizientere Verwaltung des Herrschaftsgebiets.

Was hieß das für die Bewohner und Bewohnerinnen aus Plüderhausen?

Plüderhausen gehörte nun zum Amt Schorndorf. An der Spitze jedes Amtes wurde von den Grafen ein so genannter Vogt oder Amtmann eingesetzt. Der Vogt überwachte, dass Steuern, Abgaben und Frondienste ordnungsgemäß geleistet wurden. Bei kriegerischen Auseinandersetzungen war er verpflichtet, aus seinem Amt Bauern zur Kriegsführung bereitzustellen.

Eine gewisse Selbstverwaltung ließ man jedoch auch den Gemeinden. Der örtliche Schultheiß (Ortsvorsteher) durfte kleinere Streitigkeiten selbst lösen und über die Nutzung der gemeinschaftlichen Flächen wachen.

 

Für den Heimatverein, M. Behrend

 


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Mitteilungsblatt Nr. 26 - 25. Juni 2026

Plüderhausen in der Zeit der Staufer

1142 schenkte Luitgard von Staufen ihrer Besitztümer in Plüderhausen dem Kloster Elchingen. Das waren die Güter um den heutigen Wittumhof, früher Wid(d)umhof.

Das Kloster blieb auch nach der Schenkung Plüderhausen weiterhin verbunden. Es stiftete nämlich Güter, das so genannte Pfarrgut, um den Lebensunterhalt der Geistlichen in Plüderhausen zu sichern. Das waren die Gebäude und Grundstücke rund um den heutigen Wittumhof. (Widum bedeutet widmen)

Was gehörte im Mittelalter alles zum Widumhof? Eine Pfarrscheuer, ein Stall, ein Bindhaus, eine Zehntscheuer, einige Wohngebäude und Garten- und Feldgüter.

Leider blieb vom ehemaligen Widumhof kein Gebäude erhalten. Trotzdem kennt heute jeder unseren so genannten Wittumhof. Unser evangelisches Gemeindezentrum steht auf dem Gebiet der ehemaligen Zehntscheuer und das (ehemalige) Pfarrhaus gehörte ebenfalls zum Ensemble des Widumhofs, ist aber jüngeren Datums.

So erinnern wir heute noch an die mittelalterlichen Zeiten in Plüderhausen.


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Mitteilungsblatt Nr. 25 - 18. Juni 2026

1142 – erste urkundliche Erwähnung von „Pliderhausen“

Die erste urkundliche Erwähnung unseres Ortes haben wir einer Frau zu verdanken –Luitgard von Hohenstaufen. Luitgard von Hohenstaufen stammte, wie ihr Name schon sagt, aus dem Geschlecht der Staufer. Sie heiratete Konrad I von Meißen. Dort lebte das adlige Paar auch zusammen. Als Nachfahrin der Staufer hatte Luitgard Besitztümer in Württemberg, so auch in Plüderhausen. 1142 stiftete Luitgard dem Benediktinerkloster Elchingen Güter von Plüderhausen.

Die großzügige Unterstützung des Klosters hatte mehrere Gründe:

Tradition: Durch die finanzielle Unterstützung von Luitgards Eltern konnte das Kloster in Elchingen gebaut werden. 1128 wurde es durch einen Brand nahezu zerstört. Die großzügige Spende Luitgards ermöglichte den Wiederaufbau des Klosters.

Religion: Durch die Schenkung verpflichteten sich die Mönche, für das Seelenheil Luitgards und ihrer Familie zu beten; Sünden wurden somit getilgt und der Weg ins Jenseits verkürzt.

Verwaltung: Luitgard lebte mit ihrer Familie in Sachsen; eine effektive Verwaltung der Besitztümer in Süddeutschland war schwierig, ein Verwalter vor Ort war notwendig, um die Abgaben zu kontrollieren und Misswirtschaft zu verhindern. Diese Aufgabe wurde durch die Schenkung nun vom Kloster Elchingen übernommen.

 

Welche Auswirkungen hatte die Schenkung nun auf Plüderhausen? Das erfahren Sie in der kommenden Woche.


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Mitteilungsblatt Nr. 24 - 11. Juni 2026

Ein Blick in die Geschichte Plüderhausen

Wie lange gibt es unseren Ort Plüderhausen schon? Und wie hat sich Plüderhausen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte verändert?

In den nächsten Wochen werfen wir zusammen einen Blick in die Geschichte von Plüderhausen.

Nun erstmal zu den Anfängen. Bereits im 8. Jahrhundert gab es hier eine fränkische Siedlung, die sich Blidheri nannte. Etymologisch bedeutet Blidheri „freundlicher Krieger“. Wahrscheinlich handelte es sich bei der ersten Ansiedlung um eine so genannte Hofsiedlung, die vom „Blidheri“ bewirtschaftet wurde. Den Grund und Boden hierfür bekam er vom König.

Eine fränkische Hofsiedlung umfasste ein Haupthaus, das Wohnhaus unseres „freundlichen Kriegers“, einem Bauern oder ein vom König eingesetzter Verwalter. Neben seiner Familie und deren Knechte und Mägde gab es auch Handwerker vor Ort, die ihre Werkstätten in den Nebengebäuden hatten. Das komplette Anwesen war von einem Zaun umgeben, der die Bewohner hauptsächlich vor wilden Tieren zu schützen.

Bis zur ersten urkundlichen Erwähnung Plüderhausen 1142, unter dem Namen „Pliderhausen“, kamen mit Sicherheit weitere landwirtschaftliche Güter hinzu, die sich entlang der Rems ansiedelten.

Und wie kam es schließlich zur ersten urkundlichen Erwähnung unseres Orts, gewissermaßen zur Geburtsstunde Plüderhausen? Das erfahren Sie in der nächsten Woche.


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